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©jozefmicic - stock.adobe.com
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Executives als Bewerber: Wie der steinige Weg zum neuen Job für Geschäftsführer gelingt

Geschäftsführer Jobs

Gestern noch Entscheider bei einer wichtigen Stellenbesetzung, heute selbst Kandidat: Auch Geschäftsführer und Vorstände (m/w/d) sind bisweilen auf "Jobsuche". Verleihen dabei anfangs eine solide Vita und langjährige Managementerfahrung Zuversicht, holt viele bald eine frustrierende Realität ein die Suche verläuft oft steiniger als erwartet. Oft erreicht man gar nicht erst den vertiefenden Auswahlprozess oder scheitert kurz vor dem Ziel. Was sind die Ursachen dafür, dass es Geschäftsführern - oder allgemeiner Executives - schwerfällt, wieder eine adäquate neue Aufgabe zu finden?

Weshalb auch Geschäftsführer auf Jobsuche sind

Geschäftsführer und Vorstände müssen sich immer wieder selbst auf die Reise begeben und das Unternehmen wechseln. Einen Bestandsschutz gibt es in Executive-Positionen nicht; stetig wird evaluiert, ob man noch der oder die Richtige für den Aufgabenbereich ist. So manche Rolle wird ambitionierten Stelleninhabern mitunter auch einfach zu klein. Aber auch wenn ein Aufsichts- oder Beirats-Gremienmandat oder eine Funktion in einem Verband angeboten wird, rutscht man in eine Kandidatenrolle.

Viele Executives steigen dabei mit allzu breiten Schultern in den Prozess ein, um sich nach einigen schlecht verlaufenen Auswahlprozessen so zu fühlen, als seien sie trotz ihres Backgrounds als Geschäftsführer nicht gut genug für den Job. Darunter leidet das Selbstwertgefühl, was auf Dauer gefährlich an der Souveränität kratzen kann. Je solider eine Vita durch wenige Wechsel ist, umso mehr ist man oft ein "Bewerber-Amateur". Dies ist eine Tatsache, die man sich auch als Entscheider immer wieder vor Augen führen sollte, bevor man wegen der nachfolgend beschriebenen Bewerber-Ungeschicklichkeiten zu schnell den Daumen über oftmals interessante Kandidaten hebt oder senkt.

Strategische und handwerkliche Fehler der Executive-Bewerber

Woran liegt es, dass sich die doch sonst so souveränen Geschäftsführer bei der Jobsuche schwertun? Aus Sicht einer Personalberatung begehen viele Kandidaten bei der Stellensuche oft gleich mehrere Fehler – was umso schwerer wiegt, da speziell der Markt für Executive-Positionen sehr klein ist. Die gröbsten Patzer passieren vor allem bei den Fragen, wo man sucht und wie man sich darstellt und präsentiert. Erstaunlich dabei ist, dass viele Führungskräfte durch ihre eigene Erfahrung als Entscheider genau wissen, worauf es bei einer Bewerbung ankommt. Sind sie selbst Kandidat, verhalten sich viele jedoch oft so, wie man es nicht machen sollte.

Gegen die falschen Türen rennen

Ein erster häufiger Fehler: das Bewerben für die falschen Positionen. Nicht wenige Kandidaten rennen gegen verschlossene Türen, während aussichtsreiche Jobs von Geschäftsführern gar nicht bemerkt oder sogar gezielt ignoriert werden. Gerne wird auch die nötige Branchen- und Kulturaffinität missachtet. Besonders kritisch sind die eigenen Wünsche und Vorstellungen, die die Suche antreiben, statt seinen Nutzen für Unternehmen geschickt zu Markte zu tragen. Häufige Wünsche sind zum Beispiel neue Branchen kennenzulernen, von der Konzernwelt in den vermeintlich "heilen" Mittelstand zu wechseln oder endlich weltweit zu führen, ohne dabei die nötige internationale Erfahrung zu besitzen.

Erschwerend kommt hinzu, dass anfänglich oft aufgeschlossene Entscheider am Ende eines Besetzungsprozesses zunehmend konservativer, sprich risikoaverser werden. Entscheider kaufen Nutzen und nicht Wünsche ein! Umso wichtiger ist es für Kandidaten, ihre Assets, ihre nutzenbringenden Erfahrungen zu erkennen und auch wertzuschätzen. Eine Restrukturierung erfolgreich gesteuert zu haben, bedeutet nicht immer die schönste berufliche Etappe. Für ein einstellendes Unternehmen ist dies jedoch mitunter eine ausgesprochen wertvolle Erfahrung.

Generell gilt: Je mehr eigene Assets zu den Bedürfnissen eines Unternehmens passen, umso größer sind die Chancen auf Erfolg. Dort wo man sehr gut hineinpasst, wirkt man als Führungspersönlichkeit am effektivsten, womit ein "Kernwunsch" automatisch erfüllt wird. Ist man sich seiner Qualitäten also auf diese Weise bewusst und hat ein klares Bild über die Erwartungen der anderen Seite entwickelt, gilt es dann, Präzisionsmarketing in eigener Sache zu betreiben.

Hier kommt es auf Zielgenauigkeit an: Erkennbar undifferenziertes Schwarmbewerbungsverhalten führt bei Entscheidern meist umgehend zu einer negativen Entscheidung.

Die entscheidende Eintrittskarte: der Lebenslauf

Ein zweiter häufiger Schwachpunkt in der Bewerbung vieler Executives ist der Lebenslauf. Nicht selten erfolgt dessen erste Sichtung im Vorauswahlprozess durch einen weniger erfahrenen Mitarbeiter. Damit ist man an diesem Punkt im Zweifel anfänglich immer nur einer von hundert anderen. Vorentscheider müssen hier in wenigen Sekunden erkennen, ob ein Bewerber interessant ist. Im Lebenslauf suchen sie dabei fokussiert nach passenden Informationen zu den für die Suche relevanten Punkten, wie zum Beispiel ein kompatibler Branchenhintergrund beziehungsweise kompatible Produktwelten, spezifische Kenntnisse oder auch ausreichende Vertrautheit mit entsprechenden Unternehmensstrukturen.

Ist dies nicht schnell erkennbar, wird jeder halbwegs effiziente Verantwortliche die Unterlagen aussortieren, gesetzt den Fall, dass sich manche Mitbewerber geschickter anstellen. Denn falls die Longlist hinreichend gefüllt ist, besteht bei internen und externen Recruitern wenig Motivation, in schlechten Unterlagen nach den versteckten Perlen zu suchen oder telefonisch relevante Informationen bei den Bewerbern zu erfragen.

Das Wording verrät viel über den Geschäftsführer auf Jobsuche

Eine weitere Rolle für eine erfolgreiche Bewerbung spielt das Wording: Wer nach vielen Konzernjahren im Lebenslauf durchgängig den internen Jargon samt diverser hieroglyphischer Abteilungsbezeichnungen benutzt, darf sich nicht wundern, wenn auf der anderen Seite der Eindruck entsteht, dass man in einer neuen Kultur vermutlich nicht mehr heimisch werden kann. Einen Negativeindruck provozieren auch übermäßig viele Buzzwords und Anglizismen. Sich als Allrounder oder Generalist zu positionieren, assoziiert wiederum ungewollt Mittelmaß für diejenigen Tätigkeitsfelder, die im Fokus einer spezifischen Suche stehen.

Offenbart die Ausschreibung der Stelle oder die jeweilige Ansprache Informationen zu Branche, Verantwortungsumfang, Kultur, Technologien oder Gesellschafterstrukturen, hat die eigene Vita darauf gezielt Antworten zu liefern. Hier sollten für jede Station die Konzernstruktur besser mit diversen Eckdaten, wie Gesellschafter, Größe, Struktur, Produkte oder Märkte, kompakt dargestellt werden, da in diesen Daten automatisch die Antworten auf viele formale Anforderungen stecken. Der zu "leane" Lebenslauf besitzt entsprechend das Potenzial, dass man ein weitere Absage erhält.

Wenn es am Kommunikationsstil hakt

Eine weitere Hürde wartet in den persönlichen Gesprächen. Hier verbauen sich Kandidaten regelmäßig wertvolle Chancen durch ihren Kommunikationsstil. Viele stellen blumig mit ausschweifenden Verzierungen ihre Biografie dar. Entscheider wollen jedoch keine spannende Lebensgeschichte hören, sondern möchten erfahren, ob und wie die jeweilige Person zu den Anforderungen der neuen Position sowie zum Unternehmen als solches passt. Ausufernde Erklärungen, Erfahrungen, die in diesem Kontext keine Rolle spielen oder häufiges Hervorheben von Dingen, die viel "Spaß gemacht haben", wirken dabei nicht nur negativ, sondern schmälern auch die Zeit für die wichtigen Aspekte. Der durch die bisherige berufliche Sozialisierung geprägte Wortschatz schimmert im persönlichen Gespräch ebenfalls durch, da man diesen wie den eigenen Dialekt selbst nicht bewusst wahrnimmt.

Woanders scheitern Kandidaten daran, sich zwar formal perfekt und inhaltlich zielgerichtet zu präsentieren, all dies jedoch ohne menschliche Regungen zu zeigen was Zweifel aufwirft, ob es sich hier um eine Führungspersönlichkeit handelt, die in der Lage ist, die Mitarbeiter hinreichend zu motivieren.

Andere fallen negativ auf, indem sie jeden Lebensschritt mit langen Begründungen rechtfertigen oder schwierige beruflichen Phasen durch epochale Herleitungen der jeweiligen Ursache weichzeichnen. Fehlt zudem jegliche Form von Selbstkritik, entsteht der Eindruck, dass es an der nötigen Selbstreflexion mangelt.